Von Nasenbluten (Epistaxis) spricht man, wenn plötzlich Blut aus einem, in seltenen Fällen beiden Nasenlöchern austritt. Nasenbluten ist perse nicht gefährlich, kann aber in Einzelfällen durchaus lebensbedrohlich werden.

Nasenbluten

Oft kommt Nasenbluten plötzlich und vollkommen unerwartet. Die Betroffenen sind oftmals ratlos und vor allem bei häufigerem Bluten auf der Suche nach Hilfe und den Gründen. Es gibt Menschen, die eher zu Nasen bluten neigen, als andere. Dies liegt meist daran, dass die Gefäße der Nasenschleimhaut meist empfindlicher sind. Ein heftiges Schnäuzen oder auch Niesen genügt in diesem Fall manchmal bereits aus, um die Nase zum Bluten zu bringen. Vor allem, wenn man beispielsweise gerade mit einer Erkältung zu kämpfen hat, da dann die Nasenschleimhaut nochmals empfindlicher reagiert. Natürlich gibt es jedoch auch behandlungsbedürftige Gründe, die hinter dem Nasenbluten stecken könnten. Vor allem wenn die Blutungen öfter zustandekommen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn die Nase blutet…

Kommt es zu Nasenbluten, kommt das Blut aus der Nasenschleimhaut oder der Nasennebenhöhlenschleimhaut. Meist entstehen diese Blutungen aus einem venösen Grund, weshalb das Blut dunkelrot erscheint. In sehr seltenen Fällen kann es sein, dass es sich um eine starken Blutung der menschlichen Speiseröhre handelt, bei der auch aus der Nase und dem Mund Blut austreten kann. In diesem Fall wäre es sozusagen ein “vorgetäuschtes” Nasenbluten.

Zur Gefahr wird Nasenbluten dann, wenn man die Blutung nicht stoppen kann und ein starker Blutverlust entsteht. Ist der Betroffene bewusstlos besteht zudem die Gefahr, dass das Blut in die Luftröhre gelangt und somit zum Ersticken führen kann.

Nasenbluten wird oftmals darin unterschieden, aus welchem Abschnitt der Nase das Blut kommt, wo also die Quelle liegt und ob tatsächlich die Nase selbst die Ursache ist, oder ob eine andere Erkrankung dahinter steckt. Mit Hilfe einer gründlichen Diagnose der Symptome, kann man hier mögliche Krankheiten in Nasen und Hals frühzeitig erkennen und eine wirksame Behandlung beginnen.

Blutungen aus dem vorderen Abschnitten der Nase

In den meisten Fällen liegt der Grund für Nasenbluten im vorderen Bereich der Nase. Dort sitzen empfindliche Gefäße an der Nasenscheidewand, in einem Bereich, der sehr stark durchblutet wird. Durch starkes Schnäuzen oder Niesen kann der Druck bereits ausreichen und das eine oder andere Äderchen zum Platzen bringen. Das Nasenbluten kann zwar auch in diesem Fall hartnäckig sein und etwas länger andauern, lässt sich jedoch in der Regel ohne große Probleme stoppen.

Nasenbluten im hinteren Abschnitt der Nase

Sitzt die Quelle des Nasenblutens in der hinteren Nasenhöhle, kann es zu einer stärkeren Blutung kommen, die man unter Umständen nicht mehr so einfach stillen kann. Der hintere Abschnitt der Nase weist dickere Gefäße auf. Entsteht dort ein Leck, lässt es sich nicht mehr so einfach schließen und oftmals muss ein HNO-Arzt eingreifen.

Kommt das Blut tatsächlich aus der Nase?

Natürlich fließt das Blut bei Nasenbluten aus der Nase, dennoch muss geklärt werden, ob Grund dafür auch tatsächlich die Nase selbst ist oder ob es sich dabei um ein anderes medizinisches Problem handelt. Äußere Verletzungen der Nasenschleimhaut können ebenso Grund dafür sein, wie auch Tumore im Nasenraum. Auch eine Gerinnungsstörung oder Bluthochdruck kann immer wieder zu Nasenbluten führen.

Nasenbluten stoppen

Ursachen für Nasenbluten

Selbst bei häufigem Nasenbluten werden oft keine Ursachen gefunden. Manchmal haben Betroffene einfach empfindliche Gefäße, die gerne immer wieder reißen. Dies kann besonders in der kalten Zeit des Jahres der Fall sein, indem man es mit einer eher trockenen Heizungsluft zu tun hat. Auch ohne einen direkten Auslöser wie beispielsweise einem Niesen kann es dann schnell einmal zu Nasenbluten kommen.

Lokale Ursachen

Meist liegen lokale Ursachen hinter der Entstehung von Nasenbluten:

Ist die Nasenschleimhaut angeschwollen kann es leicht zu Blutungen kommen. Bei einem Schnupfen oder einer einfachen Erkältung ist dies sehr oft der Fall. Auch Allergien können zu Nasenbluten führen.

Abschwellende Nasensprays können bei Erkältungen für Linderung sorgen, sind jedoch ebenfalls oft Grund für Nasenbluten, da sie die Nasenschleimhaut austrocknen können.

Natürlich kann es auch aufgrund von Verletzungen nach einem heftigen Schlag auf die Nase oder einem Unfall zu Nasenbluten kommen. Meist wird in diesen Fällen die Nasenscheidewand oder das Nasenbein selbst verletzt. Kommt es zu Verletzungen des Schädels (Schädelbasisbruch etc.) kann Nasenbluten ebenfalls ein Begleitsymptom sein.

Nach einem Kontakt mit unterschiedlichen Chemikalien (z.B. Drogen) kann sich ebenfalls ein kleines Loch in der Nasenscheidewand bilden. Auch in diesem Fall kann es zu einer Blutung kommen.

Eine weitere Ursache können Operationen im Nasenrachenraum sein. Nach chirurgischen Eingriffen der Nasennebenhöhlen treten ab und zu Nachblutungen auf. Auch nach Entfernung der Mandeln im Rachen kann selbst nach einer Woche Nasenbluten eine Nachblutung sein.

Als Symptom einer Erkrankung

Es gibt auch Fälle in denen die Nase selbst eigentlich nicht der Grund für die Blutungen ist. In diesem Fall ist das Nasenbluten nur ein Symptom einer anderen Erkrankung:

Störungen der Blutgerinnung
Bei einer Blutgerinnungsstörung hat der gesamte Körper mit einer erhöhten Blutungsneigung zu kämpfen. Auch nach der Einnahme von bestimmter Medikamente (zum Beispiel Aspirin) kann dies der Fall sein. Nasenbluten kann in solch einem Fall ebenfalls eine Nebenwirkung sein.

Bluthochdruck
Bluthochdruck macht sich meist kaum bemerkbar, jedenfalls zu Beginn.
Auf Dauer kann ein zu hoher Blutdruck jedoch Folgen haben. Arterien und kleine Gefäße können geschädigt werden. Diese reißen dadurch oftmals schneller, wobei es wiederum zu Nasenbluten kommen kann.

Zahlreiche weitere Erkrankungen
Zahlreiche andere Erkrankungen können Nasenbluten hervorrufen, weshalb bei häufigem auftreten in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden sollte, um die Ursachen abzuklären.

Was tun bei Nasenbluten ?

Nasenbluten kann mitunter schon recht bedrohlich wirken. Doch zuallererst gilt: Bleiben Sie vor allem ruhig! In der Regel sieht alles viel schlimmer aus, als es tatsächlich ist. Betroffene sollten den Kopf im Sitzen oder gegebenenfalls im Stehen leicht nach vorne beugen und beide Nasenflügel mit dem Daumen und dem Zeigefinger mehrere Minuten lang fest zusammendrücken.

Bei Nasenbluten ist es vor allem wichtig die Ruhe zu bewahren. Durch die Aufregung steigt auch der Puls und der Blutdruck und somit auch die Blutung. Wer versucht sich zu entspannen und die Ruhe bewahrt, hat also schon einmal den ersten Schritt getan.

Der Kopf sollte leicht nach vorne gebeugt werden, damit das Blut nicht nach hinten die Rachenwand hinunterlaufen kann. Das Verschlucken von Blut kann zu Übelkeit führen. Zudem kann man nicht mehr kontrollieren wie viel Blut man tatsächlich verloren hat.

Einige Menschen setzen bei Nasenbluten auf Nasentampons, die sie aus Toilettenpapier oder einem gewöhnlichem Taschentuch aus Papier hergestellt haben. Dazu verzwirbelt man das Papier, bis eine rund 2 Zentimeter lange Rolle entsteht. Die Rolle sollte mit Hautcreme, oder besser noch Vaseline, eingefettet werden, bevor man die Tamponade in den vorderen Abschnitt der Nase einführt. In der Apotheke findet man zudem eine spezielle Watte, die eine blutstillende Eigenschaft aufweist.

Auch ein kaltes Tuch im Nacken kann zusätzlich helfen die Blutung zu stoppen.

Welche Sofortmaßnahmen?

Kommt es zu Nasenbluten ist die allererste Maßnahme die Beruhigung. Der Kopf sollte hochgelagert werden und der Betroffene sollte sich hinsetzen und entspannen. Dadurch verringert sich der Blutdruck im Kopf. Durch ein starkes Zusammendrücken der Nasenflügel lässt sich Nasenbluten meist sehr gut stoppen. Das Zusammendrücken muss jedoch einige Minuten lang geschehen.

Eine sehr gute Sofortmaßnahme ist außerdem aufrecht zu sitzen und stark durch die Nase einzuatmen und durch den Mund wieder auszuatmen. Meist können Blutungen so viel schneller gestoppt werden, da sich durch das starke Einatmen die Gefäße in der Nase zusammenziehen.

Wichtig ist, dass man den Kopf dabei nicht nach hinten wirft, damit das Blut nicht den Rachen hinunterlaufen kann. Blutungen können durch diese Methode meist innerhalb weniger Minuten gestillt werden, da durch das Zusammenziehen der Gefäße eine Kruste an der Stelle entsteht, die eingerissen wurde.

Konnte die Blutung gestillt werden ist es sehr wichtig sich einige Stunden lang nicht zu Schnäuzen. Auch Anstrengungen sollten vermieden werden, damit es nicht zu neuen Blutungen kommt.

Was tun bei chronischem Nasenbluten?

Chronisches Nasenbluten kann aus unterschiedlichen Gründen auftreten. Hierbei handelt es sich meist um ein Symptom, das in jedem Fall von einem HNO Arzt (Hals Nasen Ohren Arzt) abgeklärt werden muss. Zahlreiche Erkrankungen können dahinterstecken.

Chronisches Nasenbluten kann die Folger von einer inneren Erkrankung sein. Eine gestörte Blutgerinnung kann ebenso Ursache sein, wie andere Gefäßerkrankungen. Auch Allergien können immer wiederkehrendes Nasenbluten verursachen. Um gegen das Nasenbluten anzukämpfen, muss also erst einmal geklärt werden, weshalb es auftritt.

Die Behandlung von chronischem Nasenbluten richtet sich stets nach der jeweiligen Ursache. Geschwollene Schleimhäute werden zum Beispiel mit speziellen Sprays behandelt. Kommt es durch einen bakteriellen Infekt zu Nasenbluten, wird meist Antibiotika verabreicht. Wichtig ist also einen Arzt aufzusuchen, wenn man immer wieder mit Nasenbluten zu kämpfen hat. Unter Umständen kann der HNO-Arzt eine schwache Adern auch einfach „veröden“.

Im Grunde ist Nasenbluten in den meisten Fällen harmlos. Meist sieht es viel schlimmer aus, als sie tatsächlich sind. Besonders wichtig ist, dass Betroffene die Ruhe bewahren und sich versuchen zu entspannen. Wer Stress, Angst und Nervosität in die Angelegenheit bringt lässt auch seinen Blutdruck steigen, weshalb es die Blutung somit mitunter stärker werden kann. Das Zusammendrücken der Nasenflügel ist eine gute Methode um Blutungen effektiv zu stillen. Auch das gezielte Einatmen durch die Nase und das Wiederausatmen durch den Mund können dafür sorgen, dass die Blutung gestillt wird, da sich die Gefäße durch diese Methode zusammenziehen. Wer oft unter Nasenbluten leidet sollte in jedem Fall einen HNO – Arzt aufsuchen. Zahlreiche Erkrankungen können dahinterstecken. Es ist also wichtig den Grund für die Blutung zu kennen, damit man das Problem selbst lösen kann und nicht nur die „Begleiterscheinung“ behandelt!